Schlagwort: Upcycling

Upcycling-Handtasche oder Hilfe, der Pullover ist verfilzt!

Nicht nur Strickerinnen dürften das Problem kennen: Da hat man einen schönen, womöglich teuren Strickpullover und versaut ihn sich durch Waschen. Eingeschrumpft, verfilzt, nur noch als Putzlappen zu gebrauchen?!

Grundsätzlich ein Tipp, der erprobt ist und funktioniert: Manchmal kann man Strickpullover noch retten, wenn man ihn in einer intensiven Lauge aus Haarspülung (halbe Flasche) badet, nur wenig ausdrückt und dann kräftig in Form zieht. Die Spülung hilft dabei, dass sich die verhakten Wollfasern wieder voneinander lösen können. Wenn das nicht reicht, hat man zwar immer noch Filz, aber wenigstens einen weichen…

Ich hatte mir einen sündhaft teuren Seiden-Merino-Pullover versaut. Im Wollwaschprogramm eigentlich kein Problem. Nur hatte ich die Waschmaschine morgens vor dem ersten Kaffee angemacht und ein Rädchen zu weit gedreht. Statt Wollwasch- lief das Baumwollprogramm – die Wolle im Namen half nicht weiter. Als ich bemerkte, dass die Maschine viel zu lange läuft, war es zu spät. Auf Kindergröße geschrumpft habe ich ihn auch mit obigem Trick zwar auf Größe 36 gebracht, aber das reichte nicht. Für den Putzlappen viel zu schade sollte eine Tasche daraus werden.

Der große Vorteil bei einem verfilzten Pulli: Man kann einfach schneiden, es ribbelt sich nichts mehr auf. Also unter den Achseln einmal gerade geschnitten:

Aus den Ärmeln zwei Henkel geschnitten:

Für den Taschenboden und die Verstärkung der Henkel habe ich mich für Leder entschieden, weil ich noch einen Rest hatte. Man kann dafür aber auch ein Stück kräftigen Stoff, zum Beispiel aus einer alten Jeans nehmen.

Ich habe den Henkel extra verdreht eingenäht (eine Seite mit Strick nach oben, die andere mit Leder nach oben), damit beide zur Geltung kommen.

Nach gusto kann man die Tasche auch noch füttern.